WannWoWie auf Raubfisch – Cheburashka Rig

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Angelguide Markus Bauer erklärt uns in den nächsten Episoden, was es mit den etwas kompliziert klingenden „Finesse Rigs“ so auf sich hat, welche jeder Angler beherrschen sollte und wann, wo und wie ihr sie richtig einsetzt. Heute startet er mit dem Cheburashka Rig.

Das Cheburashka Rig (Abkürzung Chebu Rig) kommt ursprünglich aus Russland. Aber nicht, weil die dort ansässigen Angler so heiß auf Finesse Montagen sind, sondern weil sie improvisieren müssen. Das Blei wird von den russischen Anglern meist selbst gegossen und mit offenen Drillings- und Zwillingshaken, die billig und überall erhältlich sind, bestückt.

Flexibilität

Mit dieser Ködermontage kannst du extrem flexibel agieren, blitzschnell die Gewichte der Gummifische wechseln, die Hängergefahr minimieren und verschiedene Köderführungen ausüben. Am Cheburashka-Blei – ein simpler Einhängejigkopf – spielen die Gummis besonders verführerisch, denn Gewicht und Haken sind über eine Metallklammer beweglich miteinander verbunden. Durch dieses „Gelenk” kippt der Köder nach dem Auftreffen am Grund um. Barsche und Zander lieben das! Der bewegliche Teil zwischen Haken und Blei sorgt auch dafür, dass der Fisch den Köder etwas einsaugen kann, bevor er das Blei anheben muss. Das reduziert die Fehlbissquote, die gegenüber anderen Montagen jedoch höher liegt.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Um eine hohe Wurfweite zu erzielen, werden kleine Köder mit bis zu 40 g schweren Chebus gefertigt. Bei uns wurde die Technik sehr schnell abgewandelt und verfeinert. Egal, ob Forellenangeln mit Micro Ködern im kleinen Bach oder Hecht- und Zanderangeln im großen reißenden Fluss, mit den 3 bis 40 g bleibestückten Ködern ist das alles möglich. Die unterschiedlichen Finesse Montagen setze ich nach dem Einsatzgebiet und dem Beißverhalten der Fische, je nachdem, ob eine schnelle oder langsame Präsentation zum Erfolg führt, ein. Das Chebu Rig verwende ich auch sehr gerne, um schnell aktive Fische aufzuspüren.

Hängergefahr stark minimieren

Die Hakenform ist entscheidend für das Einsatzgebiet. Offsethaken verwende ich in hängerträchtigen Gebieten und gerade Jighaken, wo die Hängergefahr nicht so groß ist. Der Nachteil vom Offsethaken ist jedoch eine höhere Fehlbissquote. Dafür könnt ihr in Bereiche vordringen, die ansonsten unbefischbar wären. Dazu eine kleine Geschichte von einem meiner Guidingkunden. Er hat die Technik bei mir gelernt und erzählt, dass er diese sofort in seinem Hausgewässer ausprobieren wird. Dort gibt es einen Spot mit sehr viel Holz. Nach ca. 2 Wochen hat er dort einen guten Zander verloren und sich bei mir über diesen Fehlbiss beschwert. Meine Antwort war: „Dafür kannst du jetzt in einem Bereich fischen, der für dich vorher unantastbar war und ich rate dir, nicht bei jedem kleinen Rückschlag aufzugeben!“ Das ist nun 2 Jahre her. Heute fischen er und seine Kumpels nur noch und äußerst erfolgreich mit dem(?) Chebu Rig mit Offsethaken.

Gerät und Technik

Die Führung mit diesem Köder ist keine Kunst. Die Rute einfach in „10-Uhr-Position“ halten, dann den Köder mit 2 schnellen Kurbelumdrehungen beschleunigen und schließlich abwarten, bis er auf dem Boden aufkommt. Dieses Vorgehen praktiziert ihr immer so weiter. Sollten viele Hindernisse im Wasser sein, empfiehlt es sich, die Rute fast in „12-Uhr-Position“ zu halten, damit der Köder im Wasser sehr schnell hochsteigt.

„Learning by doing“ lautet auch hier die Devise. Noch ein kleiner Gerätetipp: Ihr braucht keine speziellen Ruten oder Rollen. Alle Finesse Techniken, die ich euch zeige, könnt ihr mit eurem normalen Spinngerät, das ihr auch zum Jiggen verwendet, ausüben. Für Zander verwende ich Ruten mit einem Wurfgewicht von 30 – 60 g oder 40 – 80 g. Relativ steif und eine schnelle Aktion sollten die Geräte jedoch haben. Für Barsch sollte das Setup vom Wurfgewicht etwas leichter ausfallen. Verwendet aber bitte keine „Schwabbelruten“, denn sonst werdet ihr trotz Offsethaken sehr viele Hänger bekommen. Das nächste Mal schwenken wir unseren Blick von Russland nach Amerika und schauen uns das Dropshot Rig genauer an. Ein kräftiges Petri Heil wünscht euch bis dahin euer Max!

Text und Video: Markus Bauer, Gregor Plakolb, Michael Plakolb

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