SINN- UND GLAUBENSFRAGE

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Liebe Fischerfreunde,

bei Anglermessen, in Facebook aber auch in den Anglervereinen wird in letzter Zeit wieder verstärkt eine Debatte zum Thema „Catch & Release“ und das zum Teil sehr emotional geführt. Auf der einen Seite gibt es die Verfechter, die jedem gefangenen Fisch die Freiheit schenken und auf der anderen Seite jene, die maßige Fische auch zum Verzehr mitnehmen. Welcher von den beiden Gruppierungen ist nun aber der bessere, edlere Angler? Meiner Meinung nach keiner davon, denn der Fisch, der an der Angel hängt, weiß im selben Moment nicht, was mit ihm nach der Landung geschieht. Darf er wieder zurück zu seinen Artgenossen oder landet er in der Pfanne? Abgesehen davon ob Fische beim Drill nun Schmerzen erleiden oder nicht, eines ist sicher, sie haben einen mächtigen Stress und Todesangst. Jeder Angler muss sich dessen bewusst sein. Ich selber habe schon Fische gefangen, vornehmlich Amure, die so um ihr Leben kämpften, dass sie nach dem Drill, vermutlich an einem Herz- oder Schlaganfall, starben. Es stellt sich also grundsätzlich die Frage: Warum gehen wir eigentlich angeln? Es kann sicher nicht um die Nahrungsbeschaffung gehen, denn diese erledigen wir im Supermarkt um die Ecke schneller. Ist es nicht vielmehr der in uns seit Menschengedenken verankerte Jagdtrieb und die hohe Anziehungskraft des Wassers? Oft geht es beim Angeln nicht um den Fisch als Nahrung sondern um das Erlebnis. Ich pers.nlich esse gerne Fisch und ich entnehme deshalb auch welche. Mir schmecken aber nicht alle Fische gleich gut und so setze ich beispielsweise Karpfen fast zu 100 % zurück. Aber sie zu fangen ist großartig. Gleiches gilt für mich bei kapitalen Fischen aller Arten. Ich könnte es nicht übers Herz bringen einen von diesen schönen Fischen zu töten. Ich verteufle aber niemanden der es tut, sofern er den Fisch auch tatsächlich kulinarisch verwertet. Angeln ist wie so vieles im Leben nicht schwarz-weiß sondern bunt und ich denke man muss andere Ansichten und auch Praktiken tolerieren, solange sie sich im gesetzlichen Rahmen bewegen. Auch in dieser Ausgabe findet ihr einen bunten Reigen an unterschiedlichen Themen zur Fischerei in Österreich!

Viel Spaß beim Lesen und ein kräftiges Petri Heil

Michael Plakolb

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