SCHNEECHAOS

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Liebe Fischerfreunde,
so rasch geht es und die Meldungen über Hitze und Trockenheit kehren sich in Kälte und Nässe um. Hatten wir im Sommer 2018 mit einer Rekordtrockenheit zu kämpfen, so titelten im heurigen Jänner die Schlagzeilen der Tageszeitungen von Rekordmengen an Schnee. Es ist Gott sei Dank nach wie vor so, dass sich die Natur einen Ausgleich verschafft, wobei dieser durch den Klimawandel eben leider immer extremer ausfällt. Mir persönlich als Fischer gefällt ein strenger Winter mit Schnee und Kälte, wenn er sich auf die Monate Dezember bis Februar beschränkt und sich nicht bis April zieht. Das Positive für mich daran ist vor allem, dass unsere Gewässer wieder genug Wasser führen, um bei einer neuerlichen Trockenheit gut gewappnet zu sein und dass die Fische auch etwas Ruhe von uns Petri Jüngern bekommen. In warmen Wintern ist ja das Fischen rund um das Jahr möglich. Die einzige Sache, die mir immer bei viel Schnee Sorgen bereitet, ist die Tatsache, dass unsere Straßen vom Schnee geräumt werden müssen und bei einem extrem strengen und nassen Winter wie heuer auch große Mengen zusammenkommen. Deponien und Grünflächen reichen dann nicht mehr aus, um diese Schneeberge aufzunehmen und dann wird oft die Entsorgung in Flüssen als Lösung in Betracht gezogen. Räumschnee von der Straße enthält aber Reste von Streusalz, Abrieb, Öl und Ruß aus dem Straßenverkehr, sowie Abfälle der Passanten. Je kleiner der Bach, desto stärker ist die Belastung durch diesen verschmutzten Schnee. Österreich hinkt hier gesetzlich anderen EU-Ländern wie Deutschland hinterher. Bei uns ist diese Unart leider noch immer erlaubt. Im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie soll dies aber künftig verboten werden. Die Richtlinie hat ja unter anderem zum Ziel, EU-weit eine Verbesserung der Gewässerqualität zu erreichen. Um dem ganzen Nachdruck zu verleihen, können wir alle dazu beitragen. Eine aktuelle Initiative unter der Bezeichnung „Rette unser Wasser“ wird europaweit von 100 Natur- und Umweltschutzorganisationen unterstützt, die jeder EU-Bürger durch seine Unterschrift bekräftigen kann. Es geht um die Beibehaltung der strengen Wasserschutzbestimmungen in der EU. Näheres dazu findet ihr auch in einem Artikel dieser Ausgabe.

Viel Spaß beim Lesen!
Michael Plakolb

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