IM NETZ DER WIRTSCHAFT!

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Liebe Fischerfreunde,
die heutige Coverstory ist dem Interview zweier Kollegen gewidmet, die nicht nur als Angler die Rute schwingen sondern auch sehr viel Engagement im medialen Angelbereich an den Tag legen. Stefan Tesch und Norbert Novak haben den ersten Fischer Trend Report – ein Jahrbuch über die Österreichische Fischerei – ins Leben gerufen. Das Nachschlagewerk ist sehr interessant und zeigt nicht nur Praxisthemen oder Gewässermöglichkeiten auf, sondern spiegelt eindrucksvoll das „Rundherum“ unseres Hobbys wider. Als promovierter Betriebswirt interessierten mich vor allem auch die Kapitel zur Fischereiwirtschaft. Der Wirtschaftsfaktor „Angeln“ ist kein unerheblicher, wie einige Studien zeigen. Es ist davon auszugehen, dass jeder aktive Angler durchschnittlich im Jahr rund € 1.000,- für seine Lizenzen, Geräte, Urlaube,… ausgibt. Hochgerechnet mit den Anglern Österreichs ist das ein Jahresbudget von unglaublichen € 200 Mio. Besonders spannend finde ich im Jahrbuch eine Grafik, welche die Aufteilung der gut bekannten Einzelmarken von Angelgerätefirmen auf einige wenige Großkonzerne präsentiert. So wie auch in der restlichen Wirtschaftswelt, die von Marken wie Nestle, Unilever und den anderen Bigplayern dominiert wird, hat diese Entwicklung auch im Angelgerätebereich bereits stattgefunden. Es gibt lediglich einige wenige, die sich die Einzelmarken wie z.B. Hardy, Penn, Rapala, Anaconda,…. einverleibt haben. Aus eigener bitterer Erfahrung weiß ich aber um die Schattenseiten solcher Konstrukte. Ich war selber viele Jahre in einem Speditionskonzern beschäftigt, der in seiner „Blütephase“ 40 Speditionsmarken integriert hatte. Ein schwerfälliger Klotz mit langen Entscheidungswegen, wenig flexibel, wenig kundenorientiert und nur auf Gewinnmaximierung aus. Auf der Strecke bleiben hier meistens die Mitarbeiter. Als Kunde können wir aber durchaus von diesen Kolossen profitieren. Sie haben enorme Produktionsmengen, um den Erzeugungspreis und für uns den Verkaufspreis zu drücken. Ich denke es ist auch kein großes Geheimnis, dass in den Fabriken des fernen Ostens die Maschinenlaufbänder qualmen und auf die gleichen Produkte die unterschiedlichen Markenkleber raufgeklatscht werden!

Petri Heil!


Michael Plakolb

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